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Erziehungs-
berechtigte

Unsere Anlaufstellen für Eltern klären dich auf und helfen bei Betroffenheit.

Der Gedanke, das eigene Kind könne sexualisierte Gewalt erleben ist für die meisten Eltern unvorstellbar. Alle Erklärungen scheinen einfacher zu ertragen als diese. Doch Kinder brauchen Erwachsene die mutig genug sind auch bei diesem Thema hinzusehen und ihren Kindern zuzuhören.   

„Sexualisierte Gewalt ist “ jede sexuelle Handlung, die an, mit oder vor Kindern und Jugendlichen gegen deren Willen vorgenommen wird oder der sie aufgrund körperlicher, seelischer, geistiger oder sprachlicher Unterlegenheit nicht wissentlich zustimmen können als sexueller Missbrauch oder sexuelle Gewalt definiert. Der Täter oder die Täterin nutzt dabei seine/ihre Macht- und Autoritätsposition aus, um eigene Bedürfnisse auf Kosten Minderjähriger zu befriedigen.“ (UBSKM) 

Sexualisierte Gewalt (auch sexueller Missbrauch, sexuelle Misshandlung, Übergriffe, sexuelle Ausbeutung genannt) gibt es in sehr unterschiedlicher Form. Dazu gehören direkte sexuelle Handlungen (“hands-on”), körperliche Übergriffe, wie sexuelle Berührungen oder Küsse bis hin zur Penetration. Genauso dazu gehören indirekte sexuelle Handlungen (“hand-off”): sexualisierte Sprache, das Zeigen oder Zusenden pornografischer Inhalte, sexuelle Handlungen vor Kindern bzw. Jugendlichen oder die Aufforderung zu sexuellen Handlungen (z.B. auch vor Webcam / online). Sexuelle Gewalt mit Kindern beginnt dort, wo körperliche Nähe eben nicht mehr nur Zuneigung ausdrückt, sondern von Erwachsenen und älteren Kinder/ Jugendlichen dazu benutzt wird, eigene sexuelle Macht- und Nähebedürfnisse zu befriedigen. Häufig findet die sexuelle Gewalt im Verwandten- und Bekanntenkreis der Familie statt. Meistens sind den Kindern die Täter*innen schon vor dem Übergriff bekannt. 

Das Wichtigste für den Umgang mit sexualisierter Gewalt ist es Ruhe zu bewahren und den Fokus auf die Kinder und Jugendlichen nicht zu verlieren!

Woran erkenne ich das ein Kind sexualisierte Gewalt erlebt? 

⁠Es gibt keine eindeutigen Signale an denen wir ein betroffenes Kind zweifelsfrei erkennen können. Eindeutige Signale sind eher selten. Häufig beginnt ein Verdacht mit einem flauen Gefühl, das sich ggf. durch weitere Beobachtungen und Äußerungen erhärtet. Diese können sein: 

  • Eine plötzliche Verhaltensänderung des Kindes, welche bisher nicht aufgetreten und zu erklären ist. z.B.
  • Rückzug, Unsicherheit, besonderes Sicherheitsbedürfnis
  • Ängste vor bestimmten Situationen oder Personen (nicht unbedingt der Tatperson)
  • Altersuntypisches sexuelles Verhalten
  • Schlafstörungen, Einnässen, …
  • Manchmal können Verletzungen im genitalen oder analen Bereich auftreten. Diese können durch die Kinderschutz-Medizin im Klinikum Kassel abgeklärt werden

Nur in seltenen Fällen sind Hinweise sehr deutlich oder gar eindeutig. Wir raten dazu Ihren Verdacht mit Fachpersonen zu besprechen. Dies kann über die regionalen Beratungsstellen oder über das bundesweite Hilfetelefon geschehen. Diese beraten kostenfrei und auf Wunsch auch anonym. Beachten Sie, dass Polizeibeamte bei schweren Straftaten, wie sexuellem Missbrauch von Kindern, verpflichtet sind zu ermitteln (, da sie dem sogenannten Legalitätsprinzip unterliegen). 

Was mache ich, wenn ich den Verdacht habe ein Kind könnte betroffen sein? 

  • Ruhe bewahren
  • Hören Sie dem Kind zu, bieten Sie sich als Ansprechperson für das Kind an und nehmen sie das Gesagte ernst.
  • Gut aufgestellte und begleitete Helfer*innen sind am hilfreichsten für die betroffenen Kinder. Holen sie sich Unterstützung!

Auch wenn es schwer ist, drängen Sie nicht auf weitere Informationen und vermeiden Sie suggestive Fragen. Ihre Aufgabe ist es nicht Beweise zu sammeln. Wenden Sie sich mit dem, was Sie beobachtet haben und dem, was Ihnen das Kind wohlmöglich von selbst erzählt an Personen, die Sie unterstützen können, wie beispielsweise die unten aufgeführten Beratungsstellen.

Im Gespräch mit dem betroffenen Kind können Sie: 

  • Das Kind ernst nehmen und ihm Glauben schenken
  • Betonen, wie gut es ist, dass das Kind sich anvertraut hat
  • Wiederholen, dass das Kind keine Schuld hat und die Verantwortung bei der anderen Person liegt.
  • Gemeinsam mit dem Kind die nächsten Schritte besprechen

Für Angehörige ist die Aufdeckung von Missbrauch häufig ein großer Schock. Es tauchen viele Fragen auf. Wie das passieren konnte? Warum etwas nicht gesehen oder gesagt wurde? Was man hätte anders machen können? 

Die wichtigste Frage ist jedoch was brauchen die betroffenen Kinder und Jugendlichen jetzt? 

Die Bedürfnisse und Folgen von jedem einzelnen Menschen sind dabei ganz unterschiedlich. Der Schutz vor weiteren Erfahrungen, sowie Zeit und Raum über die Erfahrungen zu sprechen, verbunden mit Halt und „Normalität“, sind wichtig Grundpfeiler.

Prävention – Was kann ich tun, um mein Kind zu schützen? 

Prävention wirkt vor allem dann, wenn sie Teil des Alltags ist. Eine präventive Erziehungshaltung beinhaltet unter anderem folgende Themen: 

  • Achten von Gefühlen und Bedürfnissen
  • Den eigenen Körper kennen und Körperteile benennen können – auch den Intimbereich
  • Selbstbestimmung, freie Entwicklung
  • Sprechen über die eigenen Grenzen und die anderen Menschen, wie wir sie wahrnehmen und achten können
  • Den Unterschied zwischen Guten und Schlechten Geheimnissen
  • Hilfe holen ist kein Petzen! Jede Person hat ein Recht auf Hilfe

Wichtig allerdings ist, dass Kinder sich nicht selber schützen können. Täter*innen gehen strategisch darin vor sexualisierte Gewalt anzubahnen und zu verdecken. Als Erwachsene Menschen ist es wichtig Täter*innen Strategien zu kennen und Kinder darin zu unterstützen einen Weg aus diesen herauszufinden.

Schnelle Hilfe für Eltern

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faX - Fachberatung bei sexualisierter Gewalt

Telefon: 0561 31749116
Email: info@fax-Kassel.de
Zielgruppe: Betroffene von sexualisierter Gewalt in Kindheit und Jugend sowie deren Umfeld. 
Hinweise: Wir beraten in Stadt und Landkreis Kassel.

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Kinderschutzbund Kassel

Telefon: 0561 899852
Email: Beratungsstelle@Kinderschutzbund-kassel.de
Zielgruppe: Eltern, Kinder und Jugendliche aus der Stadt Kassel

Hinweise: Die Beratungen sind kostenfrei und können auf Wunsch anonym erfolgen. Persönlich können nur Menschen beraten werden, die in der Stadt Kassel leben.

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Kasseler Hilfe

Telefon: 0561 282090
Email: www.kasseler-Hilfe.de
Zielgruppe: Betroffene und Zeugen von Straftaten sowie deren Umfeld aus dem Landgerichtsbezirk Kassel
Hinweise: Wir bieten Zeugenbegleitung. Die Beratung ist kostenlos, anonym und vertraulich.

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Amani Kassel

Telefon: 0561-71785
Email: info@maedchenhauskassel.de
Amani ist die Fachberatungsstelle gegen sogenannte Gewalt im Namen der Ehre, Zwangsheirat und weibliche Genitalverstümmelung.